FOLKERT FRELS
Theatergastronom (2002-2014 und 2019-2020), freier Mitarbeiter Allgemeine Zeitung der Lüneburger Heide (2013-2025)
EIN VIERTELJAHRHUNDERT LEBEN MIT DEM THEATER
Am 18. August 2001 nahmen meine Frau Barbara und ich auf Vorschlag unseres Freundes Georg Lipinsky mit einem Ausschank-Stand unserer am 4. Februar 2000 gegründeten Vinothek ,Gutenberg’ am „Theaterfest 2001“ auf dem Platz vor dem HEG, neben dem Theater, teil. Zu späterer Stunde setzte ich mich mit mehreren Flaschen Trollinger an den Tisch der Kulturkreis-Macher … und bekam Anfang Dezember die Anfrage, ob ich nicht die Gastronomie im Theater an der Ilmenau übernehmen möchte. So kam es, dass wir, die wir so gar nichts davon wussten, wie es vor Beginn der Veranstaltungen, in der Pause und hinterher zugehen würde, am Silvesterabend 2001/2002 unseren Dienst im Theater aufnahmen. Es war der Vorabend der Euro-Einführung ab Neujahr 2002. So hatten recht viele Theaterbesucher schon ihr Startpaket der neuen Münzen bei sich und bezahlten statt mit DM mit Euro. Zu dem Stress des ersten Abends hinter den Rolltheken in der HEG-Pausenhalle kam der Stress mit dem Euro. Es kamen noch mehrere solcher „Bewährungsproben“. So konnten wir an unserem ersten – ausverkauften – „Atze- Schröder“-Abend die Pausenhalle des HEG nicht nutzen, weil dort zeitgleich eine Blutspende-Aktion des DRK stattfand. Wir mussten mit unserem Bier-Nachschub aus dem Depot im Keller unter der Pausenhalle zwischen den Blutspendern auf den Liegen hindurchlaufen. Die Spender nahmen es von der lustigen Seite, begehrten gar „Wegezoll“. Da unser Vorrat an Gerstensaft schon im „Vorweg“- Geschäft arg zusammengeschmolzen war, nutzte ich die erste Spielzeithälfte, um für die Pause Bier nachzukaufen – das waren noch Zeiten! 2006 feierte der Kulturkreis seinen 60. Geburtstag mit einer prallvollen Broschüre über Kunst und Kultur in Uelzen. Auf zwei Seiten stellte ich darin den Theaterkeller vor, damals DIE gastronomische Versammlungsstätte des Theaters an der Ilmenau schlechthin. Mitte Februar 2013 gab es eine Beatles- Revival-Show mit den „Silver-Beatles“ aus Hannover – eine Spitzenband. Dass dieser Abend für unser weiteres Leben von ausschlaggebender Bedeutung sein würde, ahnte ich nicht. Meine Theken-Crew hatte mir sowohl für die erste als auch für die zweite Spielzeit zeitweise freigegeben, sodass ich einen Teil des Programms sehen und hören konnte. Schon zu Beginn der Veranstaltung hatten zwei Eintrittskarten auf dem Kassentresen gelegen mit dem Vermerk „Presse“. Die Karten lagen zur Pause und auch nach Ende der Veranstaltung immer noch dort. Später am Abend nahm ich Kontakt auf zu Ines Bräutigam, meiner damaligen Ansprechpartnerin bei der AZ für PR-Texte für den Montagstreff des Kunstvereins u.ä. und fragte, ob diese Karten vergebens zurückgelegt wurden. Sie bestätigte dies und bedauerte, dass wohl niemand für die Heimatzeitung dagewesen sei. Ob ich nicht ersatzweise einen Bericht darüber schreiben könne…? Und ob ich das konnte… Noch in der Nacht kontaktierte ich Johnny Silver und ließ mir von ihm die Nutzung von Bild und Text der bandeigenen Homepage genehmigen. Am 19. Februar 2013 stand mein Text über dieses Konzert in der AZ. Damit war ich in den Schoß der AZ zurückgekehrt und wurde in den folgenden 13 Jahren bis zum Sommer 2025 bevorzugt für die Berichterstattung im Bereich Kunst und Kultur eingesetzt. Es war eine wunderschöne Zeit für meine Frau – mein Script-Girl – und mich. So viele kulturelle Veranstaltungen unterschiedlicher Genres … auch im vom Kulturkreis Uelzen majorisierten Theater an der Ilmenau, aus dem ich weiterhin berichtete, nachdem mein Vertrag als Theaterwirt endete. Im Sommer 2025 war aufgrund zunehmender gesundheitlicher Einschränkungen auch mit dem Schreiben Schluss. Die 25 Jahre aktiven Zusammenwirkens mit dem Kulturkreis gehen nun über in eine eher passive Beziehung – bestehen bleibt sie allemal.


